Kleine Goldschrecke - Euthystira brachyptera, RL RLP 0

Lebensraum: hochwüchsiges Offenland; trockene Lebensräume wie Kalkmagerrasen mit versaumten oder leicht brachen Bereichen, feuchte Habitate wie Streuobstwiesen und Moore, Waldränder, Lichtungen

Habitatbindung: gering

Mobilität: gering

Bestandstrend: gleichbleibend

Große Goldschrecke - Chrysochraon dispar

Lebensraum: höhere und dichtwüchsige Offenlandhabitate, Feuchtgrünland, Gräben, Hochstaudenfluren oder Niedermoore

Eiablage in Pflanzenstängel und Totholz - sie ist daher an Brachen und ungenutzte Saumstrukturen gebunden

Habitatbindung: gering

Mobilität: hoch

Bestandstrend: zunehmend


Gemeiner Grashüpfer - Pseudochorthippus parallelus

Eine der häufigsten Arten in Deutschland.

Lebensraum: nahezu alle Offenlandhabitate mit weitgehend geschlossener, mittelhoher Gras- und Krautschicht; Weiden, Wiesen

Die normalerweise kurzflügelige, wenig mobile Art kann bei Dichtestress (zu hohe Population auf kleiner Fläche) während der Larvalphase langflügelige, flugfähige Nymphen ausbilden, die zu lokalen Ausbreitungen beitragen.

 

Habitatbindung: gering

Mobilität: gering

Bestandstrend: gleichbleibend

 


Weißrandiger Grashüpfer - Chorthippus albomarginatus

Lebensraum: großes Spektrum an Offenlandarten; frische bis feuchte Wiesen und Weiden; bevorzug werden ein dichter, nicht zu hohere Aufwuchs; 

Die Art ist extrem mobil und leicht thermophil und kommt fast flächendeckend im Tiefland vor.

Habitatbindung: gering

Mobilität: hoch

Bestandstrend: gleichbleibend


Nachtigall-Grashüpfer - Chorthippus biguttulus

Lebensraum: magere als auch nährstoffreichere Offenlandstandorte mit einer starken Besonnung und mäßige Trockenheit; bevorzugt werden eine lückigere Vegetation und meidet feuchte Lebensräume; Weiden, Wiesen, Magerrasen, Grünlandbrachen, Ruderal- und Schlagfluren, Wald- und Wegränder

Die Art ist ein hochmobiler Habitatgeneralist

Habitatbindung: gering

Mobilität: hoch

Bestandstrend: gleichbleibend


Gewöhnlicher Heidegrashüpfer (Großer Heidegrashüpfer) - Stenobothrus lineatus, RL RLP V

Von den drei in Deutschland heimischen Heidegrashüpfern ist er der am weitestens verbreitetet und häufigste.

Lebensraum: extensiv genutzte Magerrasen und Heiden trockenwarmer Standorte mit höherer und weitgehend geschlossener Vegetation

Die Eiablage erfolgt im Pflanzenfilz unmittelbar am Boden oder im Boden. Die Eier sind xerophil (wärmeliebend).

Er ist eine leicht wärmeliebende Art.

Habitatbindung: hoch

Mobilität: hoch

Bestandstrend= gleichbleibend

leichte Tendenzen zur Gefährdung aufgrund Abnahme der Habitatqualität durch ungeeignete oder fehlende Pflege.

 


Kleiner Heidegrashüpfer - Stenobothrus stigmaticus, RL D 3, RL RLP1

Lebensraum: besonnte Magerrasen und Heiden mit sehr kurzrasiger, lückiger Vegetation und oft horstgrasreicher Vegetation. 

Die bestehenden Populationen sind Reliktpopulationen, die zwingend auf eine Beweidung der Flächen angewiesen sind. 

Die Weibchen sind flugunfähig und zur Ausbreitung werden geeignete Verbundkorridore oder Vektoren (z.B. Schafe) benötigt.

Habitatbindung: hoch

Mobilität: gering

Bestandstrend: abnehmend


Schwarzfleckiger Heidegrashüpfer, Stenobothrus nigromaculatus, RL RLP und D 2

Unter den drei heimischen Heidegrashüpfer ist der Schwarzfleckige Heidegrashüpfer am Seltensten.

Lebensraum: starke Bindung an Gebiete mit viel Sonnenschein; sehr niedrigwüchsige, oft horstgrasreiche Magerrasen, Heiden mit offenen Bodenstellen und ausreichender Flächengröße

Fast alle Populationen sind Reliktpopulationen, die ihren Fortbestand nur dank der kontinuirlichen Beweidung verdanken.

Die Weibchen sind flugunfähig und benötigen für eine Ausbreitung niedrigwüchsige Vegetation oder Vektoren (z.B. Fell der Schafe).

Es gibt nur noch isolierte Vorkommen (Verinselung)

Habitatbindung: hoch

Mobilität: gering

Bestandtrend: stark rückläufig


Rote Keulenschrecke - Gomphocerippus rufus

Lebensraum: sonnenexponierte Saumbiotope mit einer reich struktierten Krautschicht und einem hohen Gehölzanteil; Grünlandschaften, verbuschte Halbtrocken- und Trockenrasen, Forstwege in Wäldern, Lichtungen und Schlagflure

Die Art ist wärmeliebend.

 

Habitatbindung: gering

Mobilität: gering

Bestandstrend: gleichbleibend


Gefleckte Keulenschrecke - Myrmeleotettix maculatus, RL D Vorwarnliste

Lebensraum: Habitate mit sehr lückiger Vegetation und edaphischer Trockenheit; Sandmagerrasen und Zwergstrauchheiden, schüttere Magerrasen auf saurem Felsgestein, Kahlschläge und Windwürfe

Im Laufe der Individualentwicklung erfolgt ein Habitatswechsel. Die Eier werden im offenen Boden abgelegt, wo sich die jungen Nymphen meist aufhalten, oder in moosreichen Mikrohabitaten. Die älteren Nymphen und Imagines leben in der etwas höheren und dichteren Vegetation.

Die Gefleckte Keulenschrecke zählt aktuell zu den heimischen Heuschreckenarten mit dem größten Bestandsverlust.

Sie ist geo- und xerobiont.

Habitatbindung: hoch

Mobilität: gering

Bestandstrend: stark abnehmend


Gebirgsgrashüpfer - Stauroderus scalaris, RL D 3

Die Arte kommt akutell in Deutschland nur noch in den Südwestlichen Mittelgebirgen (Schwarzwald und Schwäbische Alb) vor. 

Lebensraum: Landschaften, die einen hohen Anteil an magerem und extensiv genutztem Grünland haben, extensiv genutzte Weiden, magere Weiden, Extensivweiden in Hochlagen; er benötigt ein Nebeneinander von Offenboden sowie kurzrasiger und höcherwüchsiger Vegetation

Habitatbindung: hoch

Mobilität: hoch

Bestandstrend: gleichbleibend


Sumpfgrashüpfer - Pseudochorthippus montanus, RL D 3, RL RLP 2

Lebensraum: dauerhaft feuchte bis sehr nasse, offene Standorte; extensiv bewirtschaftete Feucht- und Nassgrünland, Niedermoore; hochwüchsige Vegetation wird gemieden; 

Die Eier haben eine geringe Austrocknungsresistenz und es besteht ein hoher Feuchtigkeitsbedarf bei der Embryonalentwicklung

Der Sumpfgrashüpfer ist normalerweise flugunfähig - flugfähige, langflügelige Tieren kommen nur selten vor.

Die Lebensräume sind oft stark isoliert, so dass lokale Aussterbeereignisse durch den Verlust des Lebensraums nicht mehr kompensiert werden kann

 

Habitatbindung: hoch

Mobilität: gering

Bestandstrend: stark rückläufig


Bunter Grashüpfer - Omocestus viridulus, RL D Vorwarnliste

Lebensraum: feuchte und frische, bis hin zu trockenen Offenlandhabitaten, magere Standorte, mit weitgehend geschlossenen, aber nicht zu hochwüchsiger Vegetation; Moorheiden, Heiden, Magergrünland, Halbtrockenrasen

Die Eier sind empfindlich gegenüber längerer Austrocknung, was eine Bindung an ausreichende Niederschläge oder Bodenfeuchte bedeutet.

Durch den Klimawandel betroffen.

Habitatbindung: gering

Mobilität: gering

Bestandtrend: stark abnehmend


Rotleibiger Grashüpfer, Omocestus haermorrhoidalis, RL RLP 2, RL D 3

Lebensraum: gut besonnte, niedrigwüchsige und oft horstgrasreiche Magerrasen mit etwas offenem Boden; Halbtrockenrasen, Heiden, Kalkmagerrasen, 

Schaf- oder Rinderbeweidung sind von zentraler Bedeutung für den langfristigen Fortbestand dieser Art. Bei zunehmender Verfilzung und Versaumung verschwindet die Art.

Fast alle Populationen können als Reliktpopulationen gesehen werden.

Habitatbindung: hoch

Mobilität: gering

Bestandstrend: stark rückläufig


Wiesengrashüpfer - Chorthippus dorsatus

Lebensraum: typischer Bewohner des Grünlands mit Bevorzugung von trocken-warmem Milieu; Feucht- und Nassgrünland, frisches bis halbtrockenes Grünland oder Sand, Kalkmagerrasen

Eine extensive Bewirtschaftung des Grünlands und somit eine höherwüchsige Vegetation ist von zentraler Bedeutung für das Vorkommen dieser Art.

Habitatbindung: gering

Mobilität: hoch

Bestandstrend: zunehmend


Brauner Grashüpfer - Chorthippus brunneus

Lebensraum: trocken-warme Lebensräume, oft auf Sand, die einen gewissen Anteil an offenen Bodenstellen aufweisen; schütter bewachsene Abbauflächen, Ackerbrachen, Heiden, Industriebrachen, Kahlschläge, Ruderalfluren, Trockenrasen, Wegränder

Die Eier verfügen über eine sehr hohe Trockenresistenz und werden bevorzugt in vegetationsfreien, trockenen und besonnten Böden abgelegt.

Die Art gehört zu den mobilsten Feldheuschrecken und ist eine typische Pionierart.

Habitatbindung: gering

Mobilität: hoch

Bestandstrend: gleichbleibend


Verkannter Grashüpfer - Chorthippus mollis

Lebensraum: sonnenexponierte Lebensräume mit niedrigwüchsiger, lückiger Vegetation auf meist sandigem oder felsigem Untergrund; Trocken- und Halbtrockenrasen, Ruderalfluren und Brachen, selten an Waldrändern oder in offenen Schlagfluren, Heiden

Er ist eine xero-thermophile Pionierart.

 

Habitatbindung: hoch

Mobilität: hoch

Bestandstrend= gleichbleibend


Buntbäuchige Grashüpfer - Omocestus rufipes, RL D 2

Lebensraum: trockene, frische und wechselfeuchte Lebensräume wie Borstgrasrasen, Heiden und Kalkmagerrasen mit einem Strukturmosaik aus kurzer bis mittelhoher Vegetation mit größeren Offenbodenstellen

Aktuell gilt der Buntbäuchige Grashüpfer als selten und die Bestände nehmen weiter ab. Gründe sind der Landnutzungswechsel, Verlust der Lebensräume

Habitatbindung: hoch

Mobilität: gering

Bestandstrend: stark rückläufig


Steppengrashüpfer - Chorthippus vagans, Rote Liste D 3

Er zählt zu den seltenen Heuschreckenarten in Deutschland. Viele Populationen sind klein und beschränken sich auf regionale Wärmeinseln. Er ist xero-thermophil.

Lebensraum: trockenwarme Standorte; lichte Eichen- und Kiefernwälder, die von Felsen und Steinen oder offenen Sandböden durchsetzt sind; Heiden, Felssteppen, Schutthalden und Trockenrasen, sofern diese teilweise von Gehölzen überschirmt sind; Weinberge, südexponierte Böschungen und aufgelassene Steinbrüche

Er ist ein Verlierer des Klimawandelsn, da aufgrund der langanhaltenden Dürreperioden die Gräser schon früh im Jahr vertrocknen, so dass bereits Anfang des Sommers ein Nahrungsmangel besteht. 

Habitatbindung: hoch

Mobilität: gering

Bestandstrend: stark rückläufig

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