Die Füchse am Aufbruch vom Reh auf der Fläche in Gimbsheim
Schwarzmilan, Elstern und Krähen laben sich an den Überresten.
Die Kohlmeisen nutzen die Überreste zur Nahrungsaufnahme. Käfer, Fliegen und Larven sind eine proteinreiche Nahrungsquelle, die in großer Masse dort zur Verfügung steht.
Nicht nur die Insekten profitieren von den Kadavern, nein, auch die Vögel.
In Eich nutzt der Kiebitz (Foto links) sowie die Rohrweihe (Foto rechts) die Kadaver zur Nahrungsaufnahme.
In Westhofen und Flomborn freut sich die Dorngrasmücke über den Kadaver und das zusätzliche Nahrungsangebot.(Foto unten)
Nicrophorus germanicus ist ein guter Flieger - so erreicht er die nächsten Kadaver ohne Probleme. Wahrnehmen kann er Kadaver bis zu 4km Luftlinie. Wahnsinn, oder?
"Milbentaxi" Nicrophorus germanicus
Die Milben nutzen den Aaskäfer zum Transport von Kadaver zu Kadaver, den sie sonst nicht erreichen würden. Dort fressen sie die Fliegeneier und kleine Larven von anderen Insekten, die der Brut des Nicrophorus germanicus gefährlich werden könnten. Also eine echte Win-win-Situation....
Mineralienaufnahme der Bläulinge am Kadaver.
Die Zauneidechsen, Lacerta agilis, zu deren Beutespektrum vor allem Insekten wie Käfer und deren Larven gehören, sind an den Kadavern zu finden. Wen wundert es, denn hier gibt es ausreichende Nahrung. Zauneidechsen sind nach FFH-Richtlinie Anhang IV eine streng zu schützende Art, die auch nach BNatSchG streng geschützt ist. In Deutschland steht sie auf der Vorwarnliste der Roten Liste.
Schön, dass durch die Kadaver wenigstens die Nahrungsgrundlage für die Zauneidechse gegeben ist.
Die Goldleiste, Carabus violaceus, nutzt den Kadaver zur Nahrungsaufnahme. Sie ernährt sich von Insekten und Spinnen, frisst aber auch Aas.
Die meisten Laufkäfer ernähren sich räuberisch von Insekten. Da sind die Kadaver natürlich eine gute Quelle.
Viele Laufkäfer sind an den Kadavern und in den Bodenfallen zu finden, insbesondere die Großlaufkäfer (Carabus spec.), die alle nach BArtSchV besonders geschützt sind.
An dieser Projektfläche, auf der ein Rehkadaver ausgebracht wurde, sieht man deutlich, wie auch die Botanik von den Kadavern profitiert. Die Nährstoffe durch die Zersetzung der Kadaver werden in den Boden abgegeben und von den Pflanzen aufgenommen.
Die Nährstoffe eines ca. 30kg schweren Rehkadavers bei der Zersetzung entsprechen etwa einer Düngung der gleichen Fläche über 100 Jahre!
Auch die Vögel profitieren von den Kadavern, sei es durch ein erhöhtes und sehr willkommenes Nahrungsangebot, als auch durch die Nutzung der Fellreste für den Nestbau.
Die Dorngrasmücke, Curruca communis, (Foto links), ernährt sich u.a. von Insekten und deren Larven. Ich konnte auf der Fläche in Flomborn mehrere von ihnen direkt am Kadaver bei der Nahrungsaufnahme sowie im Umfeld der Kadaver beobachten. Gleiches Bild auch an der Fläche in Westhofen.
Mit Hilfe der Wildkamera konnte ich festhalten, wie auf der Projektfläche in Ober-Flörsheim die Vögel sich das Fell holen. (Foto rechts)
Der Runzelige Aaskäfer, Thanatophilus rugosus ist in großer Anzahl an den Kadavern
Kopula von Thanatophilus rugosus
Der Flachstreifige Aaskäfer, Silpha obscura, am Rehkadaver
Tolle Fläche in Westhofen. Diese liegt an einem ehemaligen Stausee, der inzwischen ausgetrocknet ist. Es sind jedoch viele Feuchtgebiete vorhanden.
Der Storch schaut auch mal bei den Kadavern vorbei und die Graureiher beobachten mich beim Fallenleeren
Das Forschungsprojekt kennt keine Sonn- und Feiertage. Spätestens nach zwei Tagen müssen alle Fallen kontrolliert und geleert und die Kadaver begutachtet werden.
Von links nach rechts:
Aas-Raubkurzflügler, Creophilus maxillosus
Geperlter Erdkäfer, Trox perlatus (Rote Liste D V)
Alles wird verwertet!
Die Dohlen holen sich das Rehfell für den Nestbau. Es herrscht ein reges Treiben.
Die Flächen werden zeitweise mit Kameras überwacht. So kann beobachtet werden, welche weiteren Aasverwerter sich am Aas bedienen. Hier schaut ein Mäusebussard vorbei.
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